Zyprische Küche

Die vielen Kulturen, fremde Siedler und Händler haben hier ihr Spuren auf Zypern hinterlassen. Auch kulinarisch haben sie die zyprische Küche beeinflusst. Die traditionelle zyprische Küche besteht daher aus griechischen, türkischen, arabischen, italienischen und französischen Elementen.

In den ländlichen Gegenden ist es immer noch üblich die eigenen Agrarprodukte anzubauen. Es ist nicht lange her, dass Getreide, Öl und Wein in „Pitharia“, großen zwiebelförmigen Gefäßen gelagert wurden, die heute nur noch dekorativ benutzt werden.

Das Bild zeig Pitharia. Große Zwiebelförmige Gefäße, die auf Zypern verwendet wurden, um  Lebensmittel wie Getreide, Wein und Öl zu lagern.
Zypern Pitharia – Charisc [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Wegen des milden Klimas konnte auf Zypern schon immer eine große Vielfalt an Nahrungsmitteln produziert werden. Grundnahrungsmittel, wie Feigen, Bohnen, Kräuter, Oliven, Mandeln reichen bis in die Antike zurück.

Ausgenommen der zuckersüßen in Sirup oder Honig getränkten Süßigkeiten, besteht die zyprische Küche aus sehr gesundem Essen. Alles wird frisch zubereitet und ist hochqualitativ. Das Motto der zyprischen Hausfrau lautet: “Wenn es nicht frisch ist, nehmen wir es nicht.”

Meze

Zu den Highlights eines Urlaubs gehört immer der Besuch eines lokalen Restaurants. Aber was bestellt man denn so am besten? Warum nicht gleich alles auf einmal kosten?

Die beliebteste Speise der Zyper ist Meze (gr. μεζές oder auch “Mezedes” genannt). Eine schier endlose Folge von kleinen traditionellen Gerichten. Bis zu 30 kleine Speisen kommen auf den Tisch –aber Vorsicht – nicht jeden Teller leer essen! Genießt die Leckereien schön langsam oder wie der Zyprer sagt “ziga-ziga (gr. σιγά-σιγά).

Zuerst kommen die schwarzen und grünen Oliven- die Grünen nennt man auf Zypern “tsakistes”. Sie sind in einer Marinade aus Zitronensaft, Knoblauch, Kräutern, getrocknetem Koriander und Olivenöl eingelegt. Dazu ein frischer Bauernsalat und Brot mit verschiedenen Dips, wie Tahini (Sesampaste), Taramosalata (Fischrogendip) und Talattouri (Joghurt mit Gurkenstückchen und Minze).

Es folgen Octapodi krasato (Oktopus in Rotwein), Karaoli yahni (Schnecken an Tomatensauce), Zalatina (Schweinefleischsülze), Kappari (eingelegte Kapernblätter) und Moungra (eingelegter Blumenkohl). Danach wird meistens rohes Gemüse mit Zitrone und Salz oder gebraten mit Ei serviert.

Auch Fisch, wie z.B. Marida (Sprotten), Barbouni (Rotbarben) und Kalamari mit Zitrone gehört zu einem Meze dazu. Als nächstes kommen gegrillter Halloumi –Käse und Lountza (geräuchertes Schweinefleisch, ähnl. unserem Kassler), Keftedes (Hackfleischbällchen), Shieftalia (Hackfleischwürstchen), gegrilltes Schweinefleisch und geräucherte zyprische Würste.

Nun folgen Gerichte aus Topf und Pfanne, wie Afelia (Schweinefleischwürfel in Rotwein-Koriandersauce), Moussaka (Gemüseauflauf mit Béchamel Sauce) und Stifado (Gulasch).

Zum Schluss werden verschiedene Fleischgerichte gereicht, unter anderem Souvlakia (gegrillte Schweinefleischwürfel) und Ofto Kleftiko (Fleisch aus dem Lehmofen).

Nach einem guten Essen folgen immer frisch aufgeschnittene Früchte und vielleicht auch ein paar traditionelle Süßigkeiten, wie Bourekia – süße Teigtaschen gefüllt mit zyprischen Frischkäse und Honig.

Aber wem das alles doch zu viel sein sollte, dem empfehle ich den Lieblingssnack der Zyprer: Souvlakia oder Shiftalies im Pita –Brot mit Salat.

Genießen Sie dazu ein eisgekühltes Bier. Prost oder wie wir auf Zypern sagen: Stin iya mas !

Das Bild zeigt einen zyprischen Grill, den sogenannten Foukou. Mit ihn kann man das typisch zyprische Gericht Souvlaki grillen. Auch für Sheftalia geeignet.
Zypern – zyprischer Grill – Foukou – bei eBay erhältlich


Auflauf

Pastitsio ist eine Art Makkaroni -Auflauf mit Käse, einer Schicht Hackfleisch in der Mitte und Béchamel Sauce.

Suppen

Die hausgemachten zyprischen Suppen sind sowohl lecker als auch sättigend. Probiert Drachanas, eine Suppe aus Weizenschrot und saurer Milch oder Avgolemono, eine Ei-Zitronensuppe mit Hühnerbrühe.

Fleischgerichte

Bei großen Familienfesten gibt es Souvla, große Stücke aus Lamm oder Schweinefleisch am Spieß, die auf Holzkohle gegrillt werden. Souvla ist auch beim Picknick sehr beliebt.

Ofto Kleftiko (Schmorbraten mit Kartoffeln) wird im Lehmofen zubereitet. Bei dieser Garmethode schmort das Fleisch im eigenen Saft bis es vom Knochen fällt. Das Ergebnis ist köstlich. Kleftis bedeutet im Griechischen Räuber. Der Überlieferung nach waren es zuerst Räuber, die dieses Gericht aus gestohlenem Fleisch in unterirdischen Öfen zubereiteten.

Süßspeisen

Die zyprischen Köche und Köchinnen haben ein Händchen für Süßspeisen. Was ihr unbedingt probieren müsst, sind Galaktoboureko -eine Spezialität aus Blätterteig und Cremefüllung- oder Kandaifi -in Sirup getränkte Blätterteigröllchen.

Mahalepi ist ein Pudding mit Rosenwasser, der bei Zyprer sehr beliebt ist. Selbst ein einfacher Reispudding hat auf Zypern einen ganz besonderen Geschmack.

Probiert unbedingt Dhaktyla (gr. δάχτυλa – Finger) – mit Mandeln oder Nüssen gefüllte Röllchen, die in Honig getränkt sind.

Auch Loukoumades (gr. λουκουμάδες) – Hefeteigbällchen mit Zimt, schwimmend in Fett ausgebacken) und Pisides, eine Art Teigbällchen und Pfannkuchen mit Honig oder Sirup.


Obst

Obwohl die Zitrusfrüchte -Saison im Sommer vorbei ist, findet ihr dennoch wohlschmeckende Orangen, Grapefruits und Zitronen in den Sommermonaten auf dem Markt.

Erdbeeren gibt es von Januar bis Frühsommer gefolgt von Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsichen und Nektarinen.

Im Juli und August haben Wassermelonen Hochsaison. Wohlschmeckende, saftige und zückersüße Früchte werden von den Bauern direkt von der Ladefläche ihrer Pick-Ups verkauft. Ein vertrauter Anblick in den Sommermonaten für Urlauber.

Süße, kernlose Weintrauben werden von Juli bis November angeboten. Traubensorten sind Rozaki, Ampelisimo und Veriko. Letztere Sorte hat ihren Namen aus dem Englischen. Berichten zufolge lobten die Briten die Weintrauben immer wieder als “very good”. Daher der Name “Veriko”.

Versäumt bloß nicht, die köstlichen grünen und lilafarbenen Feigen, die es von August bis September gibt, zu probieren. Frisch vom Baum … lecker … aber lasst euch nicht beim Fremdpflücken erwischen ;-).

Vorsicht bei Glyko tou Koutaliou (Löffelsüßigkeiten). Dabei handelt es sich um kandierten Früchten oder Nüssen (insb. Walnüsse). Sie sind sooooo lecker, aber nichts für Diabetiker. Sie werden gemeinsam mit einem kühlen Glas Wasser verspeist. Jedes Haushalt hat mindestens ein Glas mit solchen kandierten Früchten zum anbieten. Wenn euch ein Zyprer ein solche Glyko anbietet, müsst ihr unbedingt probieren. Ihr werdet es nicht bereuen.

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